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14.09.08: So Kinder, hier bin ich mal wieder.

Tach leute, ich hoffe ihr vergebt mir, dass ich mich so lange zurueckgehalten habe mit dem Schreiben. Die Wallfahrt zum Titicacasee ist jetzt auch schon ne Woche her, aber trotzdem wird sich der heutige Bericht damit beschaeftigen.

Los ging die Wallfahrerei fuer mich ueberraschenderweise schon am Freitag. Da einige der Strassenleute bei uns im Jungenheim uebernachtet haben, mussten natuerlich auch welche zur Ueberwachung abgestellt werden. Die ehrenvolle Aufgabe fiel dann mir und Grover zu. Abgemacht war um halb 9 da zu sein, damit die Leute um 9 in den 'Schlafsaal' (n Versammlungsraum mit Matratzen) ueberfuehrt werden koenne. ...als grover um 10 nach 9 da war, war der raum leider noch verschlossen, der Schluessel solte aber in einem 'ratito' - einem momentchen da sein. Das kontrollieren und zu bett brigen der langsam ungeduldig vor dem haus hockenden war dann aber von 10 vor 10 bis 10 vor 11 relativ schenll erledigt... typisch bolivianisch eben.

Die nacht verlief dann zwar nervig, aber insgesamt ruhig. Auf Droge sind nur zwei erschienen, die dann freundlicherweise auch noch je ein Messer mitgebracht haben, und klebstoff musste wir gar nicht einsammeln. leider lief aber bis halb 2 musik und dauernd musste man welche aufs klo begleiten damit die die heimjungs nicht meucheln... Da fiel es gleich viel leichter um 5 aufzustehen. Der morgen wurde mir dann mit der Entdeckung versuesst dass mein Ipod weg war (spaeter stellte sich raus das ich ihn zu hause gelassen hatte - die freude war aber erst mal enorm. Nach dem fruehstueck aus trockenen broetchen und Kakao (auf Wasserbasis) gings dann - eher unorganisiert - um 10 los. Nach langer und im auf Bolivianerbeine ausgelegte Bus eher ungemuetlicher fahrt kamen wir dann am See an.

Die Aussicht war wirklich ueberragend. Alle die schon mal am bodensse waren, duerften von dem faktor Bodensse mal 15 eher beeindruckt sein. Mit der Berglangschaft drumrum un d dem fakt das man die meisten ufer nicht sehen konnte, war der See schon aus dem bus beeindruckend. Besonders schoen wars dann aber, mit dem Schiff ueberzusetzen (da hat meine hand dann auch erstmals Bekanntschaft mit dem Wasser mit der Temperatur  X<10 bekanntschaft gemacht. Lauschig.

 Nach nochmal einer Stunde Busfahrt (hinter jedem huegel ist aufeinmal wieder der See aufgetaucht -omnipraesent)  waren wir dann in Copacabana, und sind auch erstmal mit unseren muetzne bewaffnet (mit dem bart un der raiffeisenmarkt Gedaechtnismuetze soll ich wie forrest gump ausgesehen haben) sind wir dann auch erstmal los gewallfahrtet. Dabei haben sich unsere von ihrer besten Seite gezeigt. Ihr Steine schmeissen und rumbruellen hat echt glaeubig gewirkt. Das Schlafen in derin der kirche hats auch nicht besser gemacht.

Die kirche selber war schoen. Der Pater (der hier Lcihtgestaltartig verehrt wird) hat sich sehr bemueht den kindern den Sinn der Wallfahrt un des glaubens naeher zu bringen, und die haben dafuer aktiv mitgemacht und besonders durch gebruellte kirchenlieder geglaenzt. Danach gings dann zum ersten mal an den Strand von Copacabana, um unser Gepaeck abzuholen. Nochmal, der blick auf den See ist atmeberaubend. Vor allem spaeter am Abend ist es mir schwer gefallen  das heimweh zu unterdruecken. Den Ausblick auf den See haette ich zu gerne mit leuten genossen die ich schon ueber 3 monate kenne.

Abends wurde dann (diesmal mit lampions) nochmal zur kirche gewandert, gesungen und auf dem vorplatzt gebetet. Wiederrum schoen. Unsere haben die Gelegenheit genutzt sich Gegenseitig anzufackeln. Auch die nachfolgenden 'Disko' wurde zweckentfremdet - der Klebstoffmissbrauch dahatte erstmal nen Riesenanschiss zur Folge.

Dnach haben wir uns dann in das Schulklassenzimmer zurueckgezogen in dem wir auf dem boden schlafen durften. Das war aber weitaus bequemer als die Klos der Schule, die wenig gepflegt, aber dafuer randvoll waren. Juchee. Eventuell hab ich mir da auch meine eigene Durchfallerkrankung abgeholt, die ich mir bis heute gesichert habe.

Am naechsten Morgen gings dann einen Kreuzweg (freiwillig) auf eine berg am ufer hoch, der einen nochmal besser Ausblick geboten hat. Oben wurden dann kerzen angezuendet und in kleinen Hoehlen im berg zurueckgelassen. Ich hoffe mal meine bringt euch was

Danach gings an den Strand. Zuerst dreimal 2 minuten schwimmen (meine Fr**** war das kalt) und sich nen Sonnenbrand abholen, danach wurde die Jungfrauenstatue noch mit dem Boot ueber den See verabschiedet, und es ging auf die heimreise.

Insgesamt hat mir die Wallfahrt sehr gut gefallen, nach Copacabana moechte ich unbedingt zurueck. trotzdem, sowohl nach la Paz als auch nach Deutschland hatte ich schon heimweh. Das hat die Stimmung zeitwesie etwas getruebt.

ICh hoffe sehr (aber das hoffe ich jedes mal) dass ich mich das naechste mal frueher wieder melde! Ansonsten weiterhin ne praechtige noch-Freizeit (an alle Studenten), Schon-Arbeitszeit (an alle Zivis) und ueberhaupt-leben (an alle).

 

Euer Hr.Maashuber

 (P.S.: Ich hab mich rasiert - einfach so. Jetzt seh ich aus wie 12...)

2 Kommentare 28.2.05 17:13, kommentieren



21.09.08: Auf einem Haufen Schrott 70 km in den Dschungel

Fuer diejenigen unter euch, die immer noch denken ich lebe in einer Bambushuette im Dschungel: Es gibt gute Nachrichten! ICh war jetzt wenigstens einmal auf Ausflug da, wo ihr mich seit 2 Monaten vermutet!!!

Hingekommen bin ich per Fahrrad. Isabel und die Familie haben vorher noch kurze Nachrichten bekommen, ich waere bald auf 'Fahrradtour'. Dass es sich dabei um die -nicht umsonst. sogenannte Todesstrasse handelt, hab ich erst mal bewusst verschwiegen. Mal soll seinen Lieben ja nicht zu viel zumuten.

Am Freitag morgen (ich hab mir frei genommen) gings alo um 8 Uhr los. Fahrraeder mit Max abholen, danach Treffen mit unserer Begleitung, Max Chef Zenon (oder so) und seine Freundin Montse. Darauf hin mit dem bus zum Startpunkt unserer Route.

Die Tour selber ging dann mit ca. 15km Asphaltstrasse bis zum Beginn der eigentlichen Todesstrasse  los. Die Aussicht auf die Berge - die jedoch immer noch wie im Hochland aussahen - war aber trotzdem schon genial. Das bewoelkte, lauwarme Wetter war zum Fahrradfahren perfekt. Handschuhe hatte ich natuerlich nicht dabei, am Ziel in Yolosa dafuer aber fette Blasen und zwischendurch blaue Finger.

Der Start Der Strecke hielt dann, was der Name versprach. Fuer Autos muss die Strasse toedlich sein, auch 64 Radler in 5 jahren (o.ä.) soll sie auch schon das Leben gekostet haben. Als sie noch mit dem Auto befahren wurde, gabs hier regelmaessig Tote, und politische Morde in der Diktaturzeit wurden zum Teil auch hier durchgefuehrt. Mit meistens 20-40 km/h gingen wir den ersten Teil erstmal vorsichtig an, an unserem ersten Stopp konnten wir dann zum ersten Mal die Dschungellandschaft ausgiebig betrachten. Das war schon der Wahnsinn. Auf einmal merkt man nochmal deutlich wo man ist: In diesem Land gibt es tatsaechlich Dschungel. Den gibts wirklich, nicht nur im Fernsehen, oder in Tropenhaeusern (obwohls sich da genauso anhoert...). Und wunderschoen wars dazu noch.

Die Pause hat dann aber nicht nur schoenes geboten: Nachdem mir schon vor der Todesstrase am einen Reifen das Ventil abgerissen war (fehler des vermieters) und wir im anderen Reifen tatsaechlich einen DOPPELT verknoteten Schlauch vorgefunden haben (Fehler des Vermieters), ist auf der Strecke dann auch noch die Schnellspann vorrichtung abgebrochen, sodass ich mit insgesamt eher wackliger Vorderachse den rest der Strecke deutlich langsamer als die anderen bewaeltigen musste. Insgesamt vielleicht gut, so konnte ich mich schon mal nicht ueberschaetzen und mich in Gefahr bringen. War auch so eine wirklich tolle erfahrung, habe den Ausblick auf die Yungas sehr genossen.

Nach insgesamt 6 Stunden, 70 km und 3000 Hoehenmetern kamen wir dann in Yolosa, dm Endpunkt der Todesstrasse an. Von dort wurden wir auf der Ladeflaeche eines Pickups mit Stangeaufbau stehend zum Urlaubsort Coroico gebracht. Viel abenteuerlicher als auf dem Gefaehrt im Dschungel vorbei an Brandrodung und Cocaplantagen fahrend kann man sich wohl nicht mehr fuehlen.

In Coroica haben wir dann direkt unser (von einem Schweizer gefuerhtes) Hotel bezogen. Sehr ruhig, sehr malerisch, und im Dunkeln mit ganz wenig Lichtern an den ggue. liegenden Haengen wunderschoen. Schweizer Akzent im Spanischen ist uebrigens auch nicht zu verachten. Nach Pasta zum Abendessen gings dann auh recht zackig zu Bett.

Am naechsten tag mussten wir dann in ein anders hotel umziehen, Zimmer gabs keine mehr. Vorher sollte der Vermieter noch die fahrraeder abholen. Nachdem er zwei Stunden zu spaet endlich da war, hat er mir dann in seiner Guete erlassen, den kaputten Schlauch zu zahlen. Bolivianer. Max musste aber fuer die (von Zenon) verlorene Sicherheitsreflektorweste satte 50 Bolis berappen. Bolivianer...(beide: Zenon und der Vermieter...).

Danach gings noch zum Mittagessen ins deusche (billige) Restaurant. Mal wieder gabs Kaesspaetzle (alle Schwabenhasser moegen mir verzeihen), von Linzer konnte ich mich grade so abhalten. Danach dann ins unendlich hoch gelegene Hotel mit ebenso wunderbarem Ausblick. Dort kurz abladen, dann in den etwas abgelegenen pool im Dickicht, wo wir nur zu viert waren - perfekt zum entspannen. Da fielen dann auch erstmals die Dschungeltiere auf - hier noch Schmetterlinge, gabs spaeter auch noch Spinnen, fette Grashuepfer und Fledermaeuse.

Am spaeten Nachmittag sind Max und ich - ganz Touristen - dann noch zu den bekannten Cascadas, den Wasserfaellen aufgebrochen. Der sympathische taxifahrer hat uns dabei diverses erzaehlt und uns in halsbrechereischer Geschwindigkeit ueber (auch nicht untoedliche) Schotterstrassen zum dritten -schoensten - Wasserfall manoevriert. Auch das: sehr beeindruckend.

Danach gabs fuer Max und mich dann noch Pizza, abends Kartenspielen (Zenon hat sich als ausgesprochener 31-versager geoutet) und am naechsten Tag vor der Abfhart noch Billard zu 4t.

Heute dann wiederkehr um 4, schnell noch Roosters gehoer (SIEG) und Kontakt nach Hause hergestellt.

Um Emails wird gebeten, ich geb mir mit Antworten alle Muehe. Demnaechst dann neues zur Strassenarbeit.

 

Bei Risiken und Nebenwirkungen, wenden sie die Packungsbeilage.

Ich

 

Achja, was ganz was neues: Es gibt Fotos!

28.2.05 17:13, kommentieren