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Nachts um 02.00 am Tag des Abflugs...

Jetzt sitze ich hier seit schon wieder etwa einer Stunde mit Isabel und versuche händeringend genügend Fotos NICHT mitzunehmen, um meinen iPod nicht zu überfordern. Und bei jedem das ich rausschmeissen muss tuts mir leid, als müsste ich mich heute schon wieder von den Leuten verabschieden, die ich mit den Fotos lösche.

Verabschiedungen gabs für mich schon genug, sowohl gestern auf meiner Abschiedsparty, als auch schon vorher. Und viele haben richtig wehgetan, so dass ich mich heute gar nicht ganz auf das konzentrieren kann was vor mir liegt. Viel mehr hab ich Riesenangst davor morgen am Flughafen den für ein Jahr letzten Blick auf Isabel, meine Eltern und meine kleine Schwester werfen zu müssen. Ich denke ich kann mit Sicherheit sagen, dass sich meine Nebensitzer im Flugzeug von meinem Geheule peinlich berührt fühlen werden.

Obwohl in alldem natürlich viel Wehmut liegt, freue ich mich auch auf das nächste Jahr. Die absolute Unabhängigkeit von vielem was mich hier Tag für Tag beeinflusst wird für mich etwas ganz neues und bestimmt wahnsinnig aufregendes (angsteinflössendes (?)) sein. Und das ist ja im Endeffekt auch das was ich will. Meine Grenzen testen, sehen wie ich alleine klar komme und ein 'Abenteuer' erleben.

Gleichzeitig frage ich mich auch, wie ich mit der neuen Lebenssituation klarkommen werde und ob ich - belastet von meinen eigenen Problemen - anderen irgendwie helfen kann. Mal abgesehen davon, dass mein Spanisch auch nich so schön ist wie ich mir das bei der Bewerbung vorgestellt hatte.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin hin- und hergerissen. Ich will weg und ich will hierbleiben, ich will was eigenes machen und gleichzeitig wärs mir am liebsten wenn jemand meine Entscheidungen fällen würde. Dafür würd ich auch nochmal in den Physikunterricht gehen...

Den Rest des 'Abends' werd ich jetzt noch mit meiner Freundin geniessen. Allein bei dem Gedanken, dass es jetzt nur noch etwa 18 gemeinsame Stunden sin kommen uns beiden wohl gleich wieder die Tränen. Ich denke, wie sehr ich sie und auch meine anderen Freunde und die Familie vermissen werde kann ich mir jetzt noch nicht ausmalen. Interessant wird es was die Zeit in La Paz mir im Tausch dafür anbietet...

 

Eigentlich freu ich mich drauf...

27.7.08 02:14, kommentieren



Dienstag, 29.07.08: Erste Lebenszeichen!

So Leute, nach gefuehlten 2 Wochen Flug bin ich gestern um 6 Uhr morgens mitteleuropaeischer Zeit gelandet. Die Fluege waren was besonders fuer mich, bin ja noch nie geflogen. Ich hatte kaum Angst, Vor allem das erste Abheben, die Male ueber den Wolken und den Sonnenaufgang im Landeanflug auf Sao PAolo fand ich unbeschreiblich.

Auch La Paz ist wirklich unbeschreiblich, eine Stadt die mit europaeischen massstaeben nicht zu beschreiben ist. Man hat nich das Gefuehl hier wuerde irgendeine Ordnung herrschen, weder im Bau (die Haeuser stehn einfach irgendwie, irgendwo), noch im Starssenverkehr. Alle Fahrbahnen werden gnadenlos von allen in alle Richtungen mit hoechstmoeglicher Geschwindigkeit befahren. Jaaa, ich passe auf mich auf =D.

Die Stadt gefaellt mir wirklich gut, obwohl hier nach euopaeischem massstab alles verfallen und aermlich wirkt fuehl ich mich wohl... Trotzdem ist es irgendwie bedrueckend ewig lange stassen endlang zu fahren, wo sich eine Riesenwerbeflaeche an die andere reiht, und zu sehen wie sich darunter die indigenas die in den garkuechen arbeiten (das sind noch nicht die aermsten wohlgemerkt!) unter haufen von decken dicht zusammendraengen - denn kalt ist es hier so richtig. Nachts vor allem, aber auch jetzt hat es nur etwa 10 grad.

Fuer mich begint hier nachher das 'richtige' Leben mit den ersten Behoerdengaengen, Einkaufen und dem Geldwehcsel. Darauf die Stadt zu erkunden, freue ih mich schon wirklich!

Zu Hause zu vermissen faellt mir sehr schwer. Ich weiss wie lange und weit ich weg bin, aber bewusst ist es mir nicht. Mit allem was ich hier fast minuetlich lerne komme ich kaum dazu Heimweh zu haben. Ich denk auch das wird mit der Zeit kommen, gerade in diesem Umfeld. Vom Haus und meinem Zimmer (mit Max) aus kann man die Stadt die sich an den Haengen hochzieht sehen. Der Ausblick auf die Berge ist genial, aber die Baracken daran und auch die hellbraune trostlose Farbe vermitteln einem auch ein seltsames Gefuehl.

Ich hoffe der Eintrag ist euch nicht zu verwirrt und fehlerhaft, ihr merkt denke ich dass es wirklich viel zu erzaehlen und zu bedenken gibt, und dass es mi schwer faellt alles in moeglichst kurze Worte zu fassen...

Ich freue mich auf Antworten un melde mich so bald wie moeglich!

29.7.08 19:38, kommentieren

Mittwoch, 30.07.2008: Passt das alles in meinen Kopf?

So, nach dem wir heute morgen wieder in der Innenstadt waren gibt es noch mehr zu erzaehlen.

Ich hab mich aber dafuer entschieden, hier im Blog nicht chronologisch, sondern nach Themen vorzugehen, einfach um mehr und geordnetere informationen bieten zu koennen. Wenn der Computer nicht zu langsam ist kann ich vielleicht gleich auch Bilder praesentieren.

Zuerst jetzt also zum Eindruck und der Lage der Stadt. Bekanntermasen liegt La Paz ja in einem Talkessel, also an allen Seiten von (wirklich beeindruckend hohen) Bergen umgeben. Die Berge an sich sind von der Farbe irgendwo zwischen Rot, Braun und Grau. Meiner Meinung nach der perfekte Schauplatz fuer den naechsten Indiana Jones... Von uns aus in Richtung Innenstadt ziehen sich die Baracken dann immer hoeher an den Bergen entlang. Die Nebenstadt El Alto ist ein beeindruckender und auch gruseliger Anblick. Die Vorstellung das, und wie so viele Menschen auf so engem Raum leben faellt schwer.

Die Stadt selber ist sehr verwirrend 'aufgebaut'. Einen Plan gibt es eher nicht, wo ein Haus hin passt kommt auch eins hin... Das fuehr t dazu dass la Paz besonders Abends wahnisinnig malerisch aussieht, eben weil die sTadt so ungeordnet im Tal und an den Haengen liegt. Was mich bisher am meisten ueberrascht, ist wie ich mit den Verhaeltnissen hier zu recht komme. Ich dachte die verfallenen Hauser und die kaputten Strassen wuerden mir mehr Probleme bereiten. Da die Menschen hier aber auch keine Probleme zu haben scheinen, und weil alles auch irgend wie ... cool wirkt, fuehlt man sich schnell wohl...

Ich hoffe ihr koennt nachvollziehen was ich schreibe, und ich hoffe ich komme bald dazu mich persoenlich zu melden, bis Sonntag bin ich jedoch erstmal auf nem Seminar.

Bis dahin also!

2 Kommentare 30.7.08 22:01, kommentieren