Archiv

05.10.2008: Wir ham den Derbysieg, der uns am Herzen liegt!

...bezogen jetzt fuer meine Verhaeltnisse ausnahmsweise mal nicht auf Eishockey, sondern auf Volleyball. In der Sportart hat naemlich am samstag (also fuer die Trunkenbolde unter euch: gestern) dass Turnier der Projekte der Fundacion angefangen, an dem mein Projekt mit mir auch teilnimmt. Und wie schon gesagt: Wir ham den Derbysieg. Nach einem 26:24 und 25:19 hat 'mein' Projekt (Apoyo Educativo / Escuella Calle) das Projekt meines Zimmernachbarn Max (Trabajadores) besiegt. Das werd ich ihm auch nur noch 487 mal sagen... :D

Ansosnten war die Woche ganz in Ordnung. Die Arbeit geht an sich jetzt schneller rum, ueber die ersten Heimwehwellen bin ich anscheinend weg. Obwohl ich immer noch ordentlich arbeiten muss, diese Woche war ich z.B. zwei Abende lang bis etwa 10 uhr auf einem Seminar zur Sensibilisierung im Umgang mit Strassenpopulation. Im Endeffekt hat er (der Vortraeger) uns nicht viel Neues erzaehlt, sondern vor allem am ersten Abend eeetwas zu oft den Bezug zu Russland hergestellt... (ja, hab ich mich auch gefragt). Insgesamt hat er sehr oft betont, dass es Strassenkinder ueberall gibt, und dass die Wirtschaft einen Grossteil der Schuld traegt. Fand ich dann nicht sooo toll, weil dass meiner meinung nach zu verdraengung fuehrt. So war das was sich meine Mitarbeiter am ehesten vom Referat gemerkt haben, dass es anscheinend auch in Deutschland so ist wie hier (wasn Quatsch).

Drittens will ich dann nochmal erwaehnen, dass ich unter uns allen wahrscheinlich der einzige anstaendige Patriot bin, denn waehrend ihr euch nur den feiertag als lustigen Sauftag eingerichtet hab, war ich beim deutschen Botschafter eingeladen. Obwohl er ungefaehr so gut Spanisch spricht wie ich (was zwar eigentlich ganz anstaendig ist  - nen Botschafter aber doch beschaemen sollte)    hat er sich ne nette kleine huette mit garten eingerichtet, die wahrscheinlich ungefaehr den Wert des bolivianischen Staatsvermoegens ausmacht. Eingeladen waren dann auch eher nur Wirtschaftsbosse, Ex-Praesidenten und der Dj von Blumentopf (im Ernst...). Wir waren auch eigentlich nicht so ausdruecklich erwuenscht, im nachinein scheints eher so, dass der padre uns einfach auf seine Einladung mit draufgepackt hat. An sich ne feine Sache, Grillwurst hatte ich schon genauso lang nicht mehr wie Kartoffelsalat oder Gulaschsuppe. Witzig war dann vor allem wie der bolivianische Tenor  die Vokale in unserer nationalhymne betont hat, und dass die Bolivianer (wenigstens die irren Militaertypen) zu ihrer Hymne nicht nur die hand auf der Brust, sonder auch die Faust in der Luft platzieren. Wirkt etwas martialisch...

 

Ich persoenlich werd dann uebrigens jetzt Scoprpions-Fan (Band, nicht Mannschaft). Die geben hier naemlich bald mal ein Konzert. Ab hin!

 

Herzlichste Gruesse, euer Jimbob Miller.   

1 Kommentar 5.10.08 19:34, kommentieren



20.10.2008: Hmmmm.....

Sooo. Heute wieder zwei Eintraege, hiermit gibbet den ersten ueber unsere 'Convivencia' des Calle-Projekts mit der ersten Strassengruppe.

Wie in den naechsten Wochen mit den anderen auch, sind wir also am Mittwoch zum ersten Mal mit einer Strassengruppe (die 'Leones' unter ihnen Oscar, Edna und Ovidio - Efraim der alte Haudegen musste leider passen) nach Jupapina gefahren. Bei Jupapina handelt es sich um einen oasengleichen Ort mitten in den Bergen, der anscheinend irgendwie detr Fundacion gehoert, mit ihr in Verbindung steht oder einfach besetzt wurde. Bei den Erklaerungen meiner Chefs weiss man das nie so genau.

Da angekommen, haben wir dann verschieden 'Talleres' - also Vortraege oder aehnlich - gehalten und gehoert, zusammen mittag gegessen, nen Lehrreichen Film (Forrest Gump) geguckt und Fussball gespielt. Insgesamt ne feine Sache.

Zum Ende hin haben die Jungs dann immer mehr Probleme mit dem Alkoholmangel gekriegt. Fast alle waren wahnsinnig schwach, der Aufstieg auf den Hausberg war fuer manche unmoeglich. Schon beim Film sind viele eingeschlafen und vor und direkt nach der heimfahrt haben diverse gekotzt.

Das war dann wieder mal echt beeindruckend (im negativen Sinn).

Danach musste ich noch ins Krankenhaus, eine von der Strasse ins Torax-Fachinstitut bringen. Tuberkulose. Und da ise nicht oder nur wenig an Schule usw. teilnimmt, ueber 18 ist und die Therapie schon einmal abgebrochen hat, ist nicht klar wer dafuer aufkommt. TB-Medikamente sind zwar kostenlos, aber Aufenthalt und andere medikamente...

Das sind dann manchmal solche Momente, in denen man sich wahnsinnig ueber alles hier aergert. Dass nie ein Verantwortlicher da zu sein scheint, dass niemand vorher drueber nachdenkt, den Voluntaer ueber irgendwas zu informieren, dass alles immer so ewig dauert.... Naja, so was gibts halt mal. 

 

Nichts destotrotz moechte ich herzlich meine Tante Hilde aus Eisenhuettenstadt gruessen, uind daran erinnern, dass Fifi gefuettert werden muss.

1 Kommentar 20.10.08 18:57, kommentieren

20.10.2008 (2): Cochabamba hat den groessten!

Hierbei handelt es sich natuerlich um den groessten Jesus aus weissem Stein, ihr Schmutzfinken. Aehnlich wie in Rio (nur natuerlich deutlich schoener) hat man den Koloss auf nem Berg platziert, wo er goennerhaft die Arme ausbreitet. Schon ziemlich beeindruckend, vor allem vom Fuss aus des Barttraegers aus (ueberigens habe ich mich ihm wieder angeschlossen - bartmaessig meine ich). Genauso die Aussicht auf Cochabamba vom Jesus-Berg aus (immerhin ca. 600000 Einwohner - nach Angaben des Bolivianers Neko, der uns begleitet hat). 

-Doof nur dass wir nach dem Aufstieg zu Fuss erstmal 'ne Viertelstunde gebraucht haben, bis wir wieder klar sehen konnten-

Aber von vorne: Vom 15. (Fr.) bis zum 17. (So) waren wir in Cochabamba, zwecks Voluntaersaktivitaet. Los gings Donnerstagabend um 11, nach 7 Stunden Nachtsbusfahrt waren wir dann um halb 6 in Cochabmaba, und um 6 im (eher spaerlich eingerichteten, aber sauberen) Hostal. Die Bilanz der Fahrt: 2 verlorene Jacken und ein enorm schlechter Kriegsfilm (RTL2 wuerde sich die Finger danach lecken).

NAch dem wir im Hostal noch mal 3 Stunden gedoest haben, gings dann zum Fruehstueck und auf Jesus rauf. Wies da war wisst ihr ja schon. Zum Essen: Uns wurde gesagt, man koenne in Cochabamba gut fuer 15 Bolis essen. Den Brotkrusten-Outlet-Store haben wir leider nicht gefunden, bei uns war schon das Fruehstueck 25 Bolis wert.

Nach Jesus zogs uns dann auf den Billigmarkt, wo Max, Daniel und Ich etwa 7 Zillionen Kleidungsstuecke ausgespechtet hatten, und im Endeffekt mit nem Pulli, zwei T-Shirts und ner Jeans abgezogen sind. Jeans und Shirt gabs fuer mich (man erinnert sich, ein Hund hatte sich meiner Wade angenaehert) - insgesamt hab ich 32 Euro gezahlt. Kann man mit Leben.

Nachdem der Freitagabend eher ein Reinfall war, sind wir (besagte Jungs + Sophie,Eva,Linda und Julia) samstags ins Schwimmbad. Darf man sich nicht so wie in D vorstellen. Chlor im Wasser gibts nicht, dafuer Grass, das Becken ist deutlich kleiner und wird nur zur Haelfte genutzt, da der tiefe Teil die meisten Bolivianer das Leben kosten wuerde. Trotzdem witzig. Neben der Schwimmerei haben wir uns auch noch von einigen Bolivianern 1-1 nach Fussballspielen getrennt und die Sauna nach den hoerbaren Flatulenzen eines ortsansaessigen Priesters aus Deutschland wieder verlassen.

Abends gings dann wieder weg. Jedem der Mal nach Cocha kommt, kann ich die Shotbar Cerebritos empfehlen. Die 3,60 E die ich da ausgegeben habe, haben mich bis halb 5 lustig gehalten.

Am naechsten Tag gings dann, diesmal 8 Stunden lang und von zwei haarstraeubenden Filmen bereichert, wieder nach Hause.

Wo ich jetzt bin.

Und nicht arbeite, da in der Stadt grade Demos Stadt finden, die uns den Heimweg 'erschwert' haetten. Anlaesslich der letzten Wahl, der neuen Verfassung und wahrscheinlich weils einfach auch mal wieder Zeit war, hat sich die Landbevoelkerung naemlich entschlossen, ueber Wochen nach La Paz zu marschieren (daher der Name ' Marcha ') und ein wenig Krawall zu machen. Alkohol und Boeller gehoeren da genauso dazu, wie die Tatsache, dass bei manchen Demos ein Teil der Leute fuers Demonstrieren von den Machthabern bezahlt wird.

Naja, wie gesagt, Bolivien und so...

Vergesst nicht den Muell rauszubringen!

 Mal ab davon: Seit dem 26. gibts 2 neue Fotos, dann hat der Pc gestreikt... Hoffentlich bald mehr.

1 Kommentar 20.10.08 19:29, kommentieren