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22. - 24.05.09: ¡Recuperemos nuestro mar!

        Lasst uns unser Meer zurueckerobern!

So sagt man in Bolivien mal ganz gerne. Oder schreibts nachts an irgendwelche Waende. Oder bringts Kinder in der Schule bei. Oder gibts in seinem Amt als Staatspraesident als aussenpolitisches Ziel aus...

Der geneeigte Leser erkennt, das mit dem Meer nimmt man hier mehr oder weniger ernst. Und zwar obwohl das mit dem Meeresverlust jetzt auch so ca. 200 Jahre her ist (fragt wikipedia wenn ihr Zahlen wollt). Also haben Fidel und ich uns kurzentschlossen (und weil uns Fluege nach Santiago de Chile zu teuer waren) aufgemacht, um Ex-Bolivien auszukundschaften und (so Fidel) gegebenenfalls die Rueckeroberung einzuleiten.

 

Die entsprechende Stadt zumverlorenen Gebiet war Arica. Geruechte und Berichte anderer Volutaere besagten zwar bereits seit laengerm und uebereinstimmend, die Stadt sei an Haesslichkeit nicht zu ueberbieten, aber was tut man nicht alles fuer nen neuen Stempel im Reisepass. Begleitet hat uns ausserdem Jan Hecker, Voluntaer bei Vamos Juntos, einer verfeindeten und allgemein boeswilligen Organisation (;P), die auch in La Paz mit Schuhputzern arbeitet. Die Hinfahrt war fuer Suedamerikaverhaeltnisse mit 8 Stunde recht vertraeglich kurz, dafuer aber arschkalt. Aber man kennt das ja, hat man wenig an, faehrt man ohne heizung im Cabrio-Bus uebers Altiplano, bei allem ueber Drei Lagen an einem selber faehrt der fahrer am liebsten nackt und deswegen mit der Heizung auf 50 Grad. Nachdem wir an der chilenischen Grenze dann ausgiebig auf Schweinegrippe (verstaendlich) und die unerlaubte Einfuhr von Fruchtfliegen (unverstaendlich) kontrolliert wurden, und ebenda auch den wunderbaren Ausblick auf den Sajama (hoechster Berg Boliviens, habe ich je beahuptet, der illimani sei hoeher, so log ich) genossen haben, gings dann noch mal n paar Stunden durch die Landschaft.

 

Und - was soll ich sagen -

...warum die Bolivianer das zurueckhaben wollen ist mir schleiherhaft. Sieht an sich genauso aus wie das Altiplao, nur ohne die endlose flache Weite sondern mit dem ein oder anderen Huegel und an sich wahrscheinlich komplett unfrucht- und unbrauchbar. Dafuer gings ab der Grenze durchgaengig bergab, also von irgendwas zwischen 3000 und 4000 Meter auf nN, was dazugefuehrt hat, dass ich halb taub in Arica ankam.

Schade eigentlich, halbblind waere mit eigentlich lieber gewesen. Der es Blick auf die Stadt war atemberaubend haesslich. Die Plattenbauten, die wirklich das komplette Stadtbild beherrschten. der graue Himmel, die braune Staub- und Steinwueste ringsum und obendrauf noch die viel europaeischere Infrastruktur, die dem ganzen uch noch den abgefatzten Charme von La Paz raubt vereint sich insgesamt und objektiv betrachtet zu einem Albtraum von eier Stadt.

 

Aber wir waeren keine jungen, wilden und ungepflegten Voluntaere, haetten wir nicht das beste aus der Sache gemacht. Also gings direkt nach der Ankunft erstmal an den Strand (nicht ohne vorher im Internet festzustellen, dass die Preise wirklich horrend viel hoeher sind als in Bolivien). Auch der, unter den weltweiten Straenen nicht der schoenste. Irgendwie ein liebloses Gemisch aus Sued- und Nordseestrand. Trotzdem, am Strand angekommen war ich schon zufreden, die reise gemacht zu haben. Das Meer zu sehen lohnt sich meiner Ansicht nach einfach immer...

 

Nach dem ersten Meeresbesuch (natuerlich mit Baden und Wellengehopse - vor allem bei mir wie bei 10-jaehrigen) haben wir uns dann erstmal bei McDonalds gestaerkt (ich gebs wieder zu, ich vermisse es einfach!) und sind noch n bisschen durch die Stadt geschlendert. Auch hier wieder der Eindruck: Erscheckend europaeisch. Auch die Chilenen wirken viel europaeischer als die Bolvianer, und dadurch leider auch etwas weniger herzlcih und natuerlich. Aber der Eindruck mag zugegebenermasen auch schon ein bisschenvom Bolivianer in mir beeinflusst sein.

Am naechsten tag gings dann naturgemaess wieder an den Strand - nicht jedoch, ohne vorher das BL-Finale im Hostal auf ESPN angeschaut zu haben. Grade mit den beiden Bayern-Fans Fidel und Tassilo (war in Arica zum Ende seiner Chile-Reise zu uns gestossen) dabei ein ziemlicher Spass. Was ich denen gegenueber jedoch nicht so richtig sagen darf: Dass der Vfl Wolfsburg sich jetzt Deutscher Meister nennen darf, behag mir nicht so richtig. Aber egal. Der Strand war wieder gut, diesmal vor allem wegen der wahrscheinlich weltbesten Empanadas (gefuellten Teigtaschen) in einer Surferbar, dem zugfehoerigen Surferstran, der fuer Badegaeste gesperrt war, von uns aber naeuerlich tortzdem bebadet wurde  und der tragikomischen Begegnung mit einer toten Robbe, der recht direkt am Strand in aller Seelenruhe ein Auge auslief. Nun ja...

 

Danach wollten wir eigentlich abends noch einen draufmachen, junge racker die wir sind, aber das ging insgesamt doch eher in die Hose. Zuerst wollten wir in einem Strassencafé/Bar eine Musikantn kein Geld geben, so dass er sich gezwungen sah, uns zu beleidigen, gerne auch bezueglich unser Nationalitaet und unserer Sprachkenntnisse. Als wir nicht reagierten, versuchte er es nochmal deutliche, und naeherte sich meinem Ohr auf ca. 3cm an. Wie man mich kennt fragte ich ruhig und besonnen nach seinem Begehr, konnte aber einen leicht wuetenden Ausdruck nicht von mienem Gesicht fernhalten, so dass der junge mann nach seinem Abzug noch einige Male am Café vorbeigelatscht kam, und mir bedeutete, dass er und seine Drogen verkaufenden Kumpel um die Ecke auf mich warten wuerdn, um so dies und das mit meinem Hals anzustellen.

In selbiger Bar hatten Jan und Tassilo auch die Bekanntschaft zweier sehr aufgeschlossener Norwegerinnnen gemacht (wie sich spaeter rausstellte um die 30 und Grundschullehrerinnen - was die strunzbesoffen in Chile treiben wolte ich dann doch nicht nachfragen...), die sich mit us in einen Club begeben wollten. Die Idee schien daran zu scheitern, dass der einzige empfohlene Club in Arica hnderttausend Geld Eintritt kosten sollte. Einfallsrecih wie wir sind, zogen wir also etwas durch die Stadt, und fanden auch bald ein vielverpsrechendes Etablissement names "Night Club". Wer sich jetzt fragt, warum uns nicht aufgegangen ist, dass "Etablissement" genau die richtige Bezeichnugn fuer den Laden ist, fragt sich das gleiche wie ich im Nachhinein. Im Vorhinein sind wir jedoch einfach mal reingelatscht. Haben uns hingesetzt. Haben erkannt, dass es ein Etablissement war (auch deswegen, weil einem von allen Seiten Ä***** entgegenblitzen - das wiederrum deswegen, weil an allen Seiten Spiegel besagte Ä***** refelektierten). Haben entschieden, nicht wie Weicheier wirken zu wollen und ein schnelles Bier zu trinken , um dann wieder zu gehen. Haben uns aufgrund der horrenden Bierpreise aus dem Staub gemacht.

So endete dann auch mein letzter Abend in Chile, da ich nach diesem Super-Erlebnis todesmutig nach Hause (bsw. nach Hostal) abmarschiert bin, ohne jedoch meinen Rasta-gelockten Kuenstlerfreund wiederzutreffen.

 

Insgesamt bleibt zu sagen: Arica ist echt haesslich, geht nicht hin. Arica ist echt teuer, geht nicht hin. Aricas Nachtleben ist echt lahm, geht nicht hin.

Das Meer ist ueberalle der Hammer, die reise hat sich gelohnt, ud damit ich beim naechsten mal ueber keine Grenze mehr muss:

¡¡¡Recuperemos nuestro mar!!!

 

Mit wildem Kriegsgeschrei,

euer Eduardo Avaroa

 

1 Kommentar 5.7.09 21:31, kommentieren



06.06.09. : Tanz, Esmeralda, tanz!

Auf also zur zweiten Runde der Berichte, die ich seit Wocen schuldig bin: Hoert und staunt ueber die gar vielfaeltigen Abenteuer, die es bei der Fiesta del Gran Poder su erleben gab!

 

Zuerst mal die Grundinfos die Gran Poder ist wahrwscheinlich das zweitwichtigste folklorische fest in ganz Bolivien, nach dem Karneval in Oruro und hat dementsprechend auch mit dem zweitlaengsten Folklore -Umzug in ganz Bolivien auf zu warten. Geht immerhin von 7.00 bis 2.00 nachts am naechsten Tag. Von wegen Kölle Helau!

Der Umzug ist natuerlich Kernstueck (weil eigentlich einziges Stueck) der Party, und entsprechend lange wird sich darauf vorbereitet; entsprechend lange Tradition haben die Gruppen; entsprechend wichtig ist das ganze den Teilnehmer. Getanzt werden diverse bolivanische Volkstaenze, hauptsaechlich Morenada, aber auch die eine oder andere Diablada, Caporales, Salaque (schreibt man das so?), Salla (schreibt man das so ???) und auch Tinkus. Der beste tanz. Der schoenste tanz. Der schwerste Tanz.

 

Ihr werdet es nicht erraten, wir haben Tinku getanzt! und bei aller Angeberei, der tanz ist tatsaechlich recht anspruchsvoll und kraefteraubend, Kenner der Szene bestaetige es lebhaft. Dementsprechend lange haben wir uns vorbereitet, etwa 2 Monate lang 2 - 3 Mal Training pro Woche jeweils 1,5 bis 2 Stunden. Dabei sind ann insgesamt 6 tanzschritte (2 simple zur Fortbewegung und 4 komplizierte zum Vorfuehren vor groesserem Publikum) rausgekommen, die wir dann am Ende auch alle mehr oder weniger (stil-)sicher tanzen konnten.

Tinku kommt urspruenglich - immer vorrausgesetzt, dass ich die vielen verschiedenen Stories zu dem thema richtig zusammensetze - aus der Region Potosi. Zum einen wurde mir dazu berichtet, er sei die taenzerische Darstellung (nein, nicht "Tanz deinen Namen!"  eines altn Konfliktes zwischen 2 Stammesgruppen der Region, die sich regelmaessig (und teilweise bis heute) zu geregelten kaempfen treffen, die immer mit dem Tod eines der Teilnehmer enden muessen. Die leicht unterschiedliche zweit Version besagt, dass der Tinku ein Kampftnz ist, bei die beiden Teilnehmer sich tanzend verdreschen, ebenfalls bis zum Tod des Ungluecklicheren. In beiden Faellen gilt das vergossene Blut den Aymara als Opfer fuer die Pachamama, die Mutter Erde. Harte Sitten hier.

 

Wir hingegen haben versucht, den Blutverlust schon bei der sogenannten Pre-Entrada, also der Generalprobe ueber immerhin schon 1,5 Stunden so gering wie moeglich zu halten, was uns auch gelungen ist. Da wir sogar die Fehlerzahl eindaemmen konnten (was mir recht wichtig war, als Taenzer in der vordersten Reihe faellt so ein Fehler dann auch schon mal auf) schien es angebracht, nach ueberstandenem Umzug die Alkoholzufuhr zu erhoehen... aehm... ich kann nur sagen, dass jeder echte Bolivianer schon ml um 4 Uhr nachmittags rappelvoll war.

 

Gestaerkt fuer durch die guten Erfhrungen vom Vor-Wochenende gings dann am naechsten Wochenende in die ersehnte Entrada. Unser Start war fuer 11 geplant, wir fingen um 8 an uns vorzubereiten, und als wir um 20 nach 11 am Treffpunkt erschienen, waren wir unter den Ersten und zu unserem Start fehlten noch mindestens 40 Minuten. Was uns Zeit gab, letzte Regelungen am kostuem zu treffen. Die schwarze Hose und das kraeftig blaue Hemd machten keine Probleme, die selbst-verschoenertem Gummiandalen mit 2 Paar Socken drunter auch nicht mehr, die verschiedenen um den Koerper geschlungenen Schal wurden mit Sicherheitsnadel befestigt und der grosse, schweeeere (Mann, war der schwer!) verstaerkte Lederhelm kurzerhand mit Tempo-Fuellung und Gummiband stabilisiert. Dazu gabs in die hand noch 'ne Steinschleuder aus Seil und um den Bauch ein Ahuayu (schreibt man das so???). Das diente dann auch zur Aubewahrung von Getraenk, Bananen, Bonbons und (klar) Coca.

 

Und ohne das waers wahrscheinlich nicht gegangen. Denn unser Tanz durch die Stadt ging am Ende insgesamt 5 Stunden durch halb La Paz. Und trotz unserer wahrscheinlich eher maessigen Performance (auch die teilnehmenden Bolivianer aus der Fundacion tanzten Tinku erst seit 2 Monaten) haben wir auch anstaendig Applaus bekommen. Kalr, zum Grossteil auch weil wir ungefaehr 15 Weisse (darunter auch Nicht-Fundacions-Voluntaere) unter den ca. 50 taenzer unserer gruppe waren. Aber auch, weil wir mit der Zeit und somit vor allem gegen Ende des Parcours, also an den wichtigsten Stellen an Perez, Prado und Camacho immer lockerer wurden. Wahrscheinlich weil die Beine schon taub waren und das Coca ins Hirn gezogen ist, aber auch, weils einfach Spass gemacht hat. Wenn die Schritte gut laufen, alle mitmachen und auch das Publikum jubelt, dann haelt man ehrlich gesagt relativ viel aus.

 

Ehrlich gesagt, fand ichs am Schluss sogar recht schade, dass das Ganze vorbei war. War also auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. Danach haben sich dann noch alle Taenzer am Ende des Kurses getroffen, ausgetauscht und vielleicht den ein oder anderen Schluck Bier zu sich genommen. Aehm ... jeder echte Bolivianer war schonmal um 0 uhr rappelvoll...

 

Achja, meine Fuesse hab ich am naechsten Tag dafuer dann doppelt gespuert.

 

Es gruesstç

Evo Morales

...der statt bei der Gran Poder lieber beim Fussball war... Mist!

1 Kommentar 5.7.09 22:23, kommentieren

26.-28.06.09: Hüinaa!

Oder auch: Huayna Potosí. So heisst jedenfalls der Berg, auf den Daniel, Max, Sebi, Charlotte (alle Voluntaere der Fundacion), Jan, Tassilo (Vamos juntos) und ich gemeinsam bestiegen haben. Plaene dazu gabs seit langem (eigentlich schon seit dem Vorbereitungsseminar in Deutschland) durchgefuehrt wurden ie jetzt kurz vor Schluss.

 

Los gings damit schon am Donnerstagabend, mit dem grossen Nudelschmaus bei Vamos Juntos daheim. Abfahrt war dann am Freitagmorgen um 8.00 (lies 9.00) am Reisebuero unseres Vertrauens. Mit dabei die drei Fuehrer Josué (ein netter Mann), Jackie Chan (egal ob er wirklich so heisst, er wird noch an Bedeutung gewinnen) und Super Mario (Mario heisst er wohl wirklich, das "Super" haelt er selbst fuer angebracht, und das ist bei 1,60 Koerpergroesse ja auch das wichtigste). Jedenfall wurde wir erst mit dm taxi zu einem eigenen Minibus, und dann mit dem eigenen Minibus (und eigenen Kuehlerproblemen) zum Huayna chauffiert.

 

 Dort angekommen haben wir kurz Quartier bezogen (erstaunlich annehmbar, ein sauberes Matratzenlager auf dem Dachboden einer groesseren Holzhuette) und sind dann mit Josue und Jackie zum Eiskletter-training losgezogen. Und zwar mit Ausruestung in Form einer Winterjacke, einer Skihose, einem Paar von Handschuhe, Schneetiefeln (vergleiche > Skistiefel), Spikes zum anschnallen an die Stiefel aus Hartplastik und einem Eispickelder auch als Stuetze zu verwenden war.

Schon bei den paar Stunden Probeklettern wurde klar. Voellig einfach ist das ganze nicht. Eher sogar furchteinfloessend schwer Vor allem weil keinem von uns so richtig klar war, wie viel solcher Waende uns denn erwarten (die meinung tendierten zu gar keine, aber was wissen wir schon?).  An dem tag jedenfalls uebeten wir uns reihum an 2 mal 5 Metern glatten Eises dass in einem Winkel von 60 bis 80 Grad in die Hoehe ragte. Also nicht von schlechten Eltern.

 

Nach fruehem Abschied ins Bett und nstaendigem Abendessen und Fruehstueck (jeweils von den Fuehrern bereitet und von ausreichend Cocatee begleitet) gings dann bis zum Basislager auf 5130 Meter hoch. Das schwierige war dabei nicht der Weg, der bis auf einige Meter  eigentlich einem bergwanderpfad entsprach (wobei diese einigen Meter eine Steinkletterpartie auf losem Geroell boten) sonder die komplette Ausruestung, die wir in unsere rucksaecken auf dem Rueken schleppten. Die gute Stunde die Charlotte an Rueckstand auf uns im Ziel hatte, veranlassten Mario schon am Samstag zur Vorhersage, sie wuerde die Spitze nicht erreichen...

Auch an diesem tag gings wieer frueh ins Bett. Esen gabs auch, das Mittagessen wie gehabt anstaendig, das Abendessen...

Hat Fisch eigentlich Knochen? Naja, egal, auch das glaubte wir ueberstanden zu haben, so dass wir uns wie gesagt frueh schlafen legten. Wobei von Schlaf wohl nicht viel zu sprechen war. Vor allem meine Mitstreiter muessen sehr gelitten haben ("Ich hab soo schlecht geschlafen", "Ich hab kein Auge zugetan", "Ich hab mir heute Nacht den Fuss verletzt"...), aber dank ausgiebigen Nickerchen schon am Samstag-Nachmittag, gingen wir doch alle recht ausgeruht in den eigentlich Aufstieg, der um 0 Uhr beginnen sollte. Als wir dann so gegen 2.00 den Aufstieg begannen stelte sich heraus, dass uns wohl doch nicht allen so gut war. In unserer Dreiergruppe wurde ein junger Mann (entweder Daniel, Max oder Ich - Ich wars nicht) dringend Beduerfnisse, sich von den Thunfischausduenstungen zu erlecihtern, die er sich am Vortag eingehandelt hatte. Uns um sich den Aufstieg nicht zu erscheren, tat er das auch...

 

Trotz allem schleifte Mario, unser persoenlicher uehrer (Jackie war bei Sebi, Jan und Tasillo, Josue betreute Charlotte) uns recht zuegig den berg hoch. Zwar gab es die ein oder andere Panne zu beheben ( schlecht sitzende Spikes, kaputtes Kopflicht, traenendes Auge, nachdem Mario beim Lampe-Reparieren Gummibaender in anderleuts Auge (meins) schnacken laesst), aber bald waren wir die ersten im feld der Aufsteiger, auch vor verschiedenen die deutlich vor uns los sind. Mario hat eben einen Ruf zu verteidigen.

Grade als wir "die Spitze uebernommen hatten" begann ein etwas schwererer und damit der anstrengendste Teil des Aufstiegs. Vor allem, da es imer noch dunkel war, war der ziemlich steile Part eines ca. 20 Meter hohen, (natuerlich) schneebedeckten Hanges knifflig und auch recht anstregend. Hier kamen auch die Spikes und die Picke zum erstmal richtig zum Einsatz, waehrend wir teilweise auf haenden und Knien den Huegel erklommen.

 

Spaetestens danach war unsere Einschaetzung des Aufstiegs von "hart, aber machbar" zu "...hae?" uebergegangen. Der folgende, windige, bald vereiste teil des Weges bestand immer mehr nur noch daraus, einen Fuss vor den anderen zu setzen und auf die naechste pause zu hoffen. Waehrend dieser man sich jedoch Finger und Zehen abfror, sodass es immer zackig weiterging, mit wechselnden, aber machbaren Steigungen.

Hart kam es dann, als wir eine ca. 10 Meter Tiefe (jedenfalls was ich gesehen habe) Eisspalte ueberbruecken mussten. Wer das Pc-Spiel Load-Runner kennt, der weiss wo von ich rede. Ueberzogen war das ganze naemlich nur von einem natuerlichen, ca. schulterbreiten 5 Meter langen Eissteg. Gut, dass ich letzter unserer reihe war , und die anderen mich am Sicherungsseil mit drueber gezogen haben, ueber das ganze nachzudenken waere wohl nicht so gut gekommen.

Und hierrauf folgte direkt die haerteste Kletterpartie des Berges. Waherend ich seit ca. 2 Stunden dachte, nun waere es wohl nicht mehr weit, wurde an der Stelle kalr, dass wir zum Ende kommen - wie, war mir noch nicht ganz klar. ier waren naemlich wieder Kletterkeunste gefragt, und diesmal deutlich steiler, mit deutlich weniger Halt (Bei einem Eis/Fels-Gemisch verstaendlich) und auch eher doppelt so lang wie vorher. Mal abgesehen davon, dass wir auch langsam aber sicher am Ende unserer Kraefte ankamen.

 

Gern wuerde ich mehr von diesem Abschnitt erzaehlen, aber ehrlich gesagt erinnere ich mich kaum noch dran. Nur dass ich keine Ahnung hab, wie wir da im Dunklen raufgekommen sind weiss ich mit Sicherheit.

Aus der Wand raus, fanden wir uns auf dem bergkamm wieder, wo ein diesmal weniger als Schulterbreiter Pfad links am rechts vom Wind aufgetuermten Schnee zum Gipfel fuehrte. Also hiess es nochmal 30 Meter (bestimmt ne Viertelstunde): Platz aussuchen, Spikes in den Schnee hauen, Platz aussuchen, Picke in die Wand hauen... und so weiter. Wurde vor allem an der Stelle lustig, als ich meine hacke ienmal zu tief im Schne versenkt habe, und mich einfach mal mit meinem vollen Gewicht und beiden Armen daran Richtung Hang gelehnt habe, um sie wieder rauszubekommen. Hab ich dann auch, und ich selber bin aus der Situation auch rausgekommen, obwohl ich wieder mal nicht weiss wie.

Spaetestens da, war ich mit den Kraefte echt am Ende.

 

Aber als wir dann auf dem Gipfel waren... Ich haette ungelogen echt geheult. Vor Erschoepfung, vor Erleichterung, vor allem aber vor Glueck und Erstaunen. Die Aussicht auf den Sonnenaufgang (gut, das mario uns so gehetzt hat) war atemberaubend. Schon beim Aufstieg aren der grossartige Sternenhimmel und das beleuchtete El Alto in der Ferne wunderschoen anzusehen gewesen, aber der Ausblick von 6088m ueber einerseits El Alto und das Altiplano bis den Bergspitzen zwischen den Wolken und dem Lago Titicaca andererseits hat mir mit dem Bewusstsein, es geschafft zu haben einen der besten Momente meines Lebens beschert. Ich krieg noch jetzt ne Gaensehaut, wenn ich nur dran denke.

 

Knapp 20 Minuten spaeter gings dann schon wieder bergab - Komfortmaessig ist son Berggipfel halt nich unbedingt der Bringer. Da trafen wir dann irgendwann auch Jan wieder, der - nach starken Kopfschmerzen und dem Zerwuerfnis mit Mr.Chan (ich hatte darauf hingewiesen) - den Aufstieg abgebrochen hatte. Wohl gemerkt als einziger, denn etwas spaeter trafen wir auf Charlotte, die - angestachelt von Mario und Jackie, die sie statt beim Namen immer nur "La chica" nannten, und grundsaetzlich so taten, als waere sie hier voellig falsch - den Gipfel etwa eine Stunde nach uns erreichte. Fuer mich ehrlich gesagt einer der Hoehepunkte des Wochenendes. In your face, Mario!!!

 

Der gesamte Abstieg war dann an sich fast noch schlimmer als der Aufstieg. An den wilden schneelandschaft konnte wir uns auch im Hellen nicht mehr erfreuen, erfreut haben wir uns eher daran, dass wir uns keine Ermuedungsbrueche zuzogen und der Thunfischmann jetzt hinter uns lief. Nach Zwischenstop im Basislager (Warten auf Charlotte) und dem restlichen Abstieg gings dann im Minibus nach Hause. Zumindest unsere kuemmerlichen Gespraeche auf dem heimweg beweisen wie fertig wir wirklich waren.

 

Wenn ich zurueck bin, zeig ich Fotos, aber glaubt nicht, die geben den Eindruck auch nur annaehernd wieder. Ich empfehle jedem, es selber zu machen, wenn er denn die Moeglichkeit hat, ich machs nie wieder!

 

Wer aufmerksam liest, merkt, dass ich grade drei Artikel hintereinander gebloggt habe, also hab ich diesmla sogar ne Ausreden fuer Flachwitze und Rechtschreibfehler. Nebenbei war das nach dem Huayna dann wohl das zweithaerteste, was ich im Lben gemacht habe... 

 

¡Vamos a salir campeón!

Euer Papi Bolívar

1 Kommentar 5.7.09 23:20, kommentieren

14.07.2009 : Die Affen rasen durch den Wald

Die Zeit draengt, heute haenge ich nur noch 13 Tage auf dem Kontinent der schnauzbaetigen Poncho-Chiller ab, und noch zwei Berichte wollen geschrieben sein. Fuer einen muss ich noch Erlebnisse sammeln (bin grade voll dabei), der andere ist schon erlebt und will jetzt nieder geschrieben sein.

 

Los gings am Dienstag, den 07.07., und zwar in alter Frische morgens um 6. Ein Teil der Leute von der Strasse hatte schon in der Nacht vom 6. im Casa de Paso geschlafen, der Rest ist dann folgerichtig auch mehr oder weniger komplett nicht erschienen. Dafuer dabei: Fernando, genannt Choco (so heisst hier jeder zweite, ist als Spitzname etwa so einfallsreich wie Kalle), mit dem nur mehr oder weniger gerechnet wurde. Warum, erfahren wir spaeter.

Die Gruppe vom Apoyo war vollstaendig, so dass wir (wenn auch leicht verspaetet) bald im rappelvollen Bus zur Cumbre, also zum Startpunkt unserer Wanderung durch die Yungas nach Coroico, aufbrechen konnten. Durch das Verhandlungsgeschick unseres ehrwuerdigen Chefs Papichi (Don Fernando, von einigen beneficiarios mitunter auch "viejo pendejo", also altes Sackhaar genannt) durften wir dann mit dem Bus noch etwas weiter, zum eigentlich hoechsten Punkt des Weges (den wir dann ja nicht mehr erlatschen mussten). Ueber 70 km war unsere Wanderung wahrscheinlich tortzdem lang (nimmt man mal die Death-Road als Laengenmassstab).

 

Anpfiff war dann nach kurzer Versammlung an der Spitze der Strecke. Zuerst wurde gemeinsam gebetet, danach machten die Bolivianer mal wieder deutlich, dass doch ein gewisses bisschen gesunder Aberglaube (der komischerweise mit dem christlichen Glaube blendendoniert) in ihnen steckt: Vor dem Start wurde der "challa" (so oder so aehnlich, wer weiss schon wie man aymará-woerter schreibt) genuege getan, d.h. der Pachamama etwas Alkohol geopfert. Auch waehrend der Wanderung fiel immer mal wieder auf, das Bolivianer doch viel mehr Glauben, alsich es tun wuerde. Die Existenz von Steincholitas, die Betrunkene in Achachicala den Tod verfuehren gitl fuer manche (natuerlich gibts auch andere) als ebenso sicher, wiedie grosse bedeutung von Traeumen. Eine der muetter aus unserem Projekt hatte aus diesem grund auch spontan nicht an der Wanderung teilgenommen. Sie hatte von Hunden getraeumt, was - wie wir alle nur zu gut wissen - Unglueck mit recht hoher Sicherheit vorraus zu sagen weiss.

 

Nun aber wirklich los: Und zwar hart, zuerst gings mal (wie ueberhaupt den Grossteil der Zeit) ziemlich bergab, noch durch Altiplano-Landschaften. Nach etwa 15 Minuten hatten wir schon unseren ersten Verlust zu beklagen: Bereits beschriebener Choco musste dem (anscheinend lebenslangen) Alkoholgenusstribut zollen, und sich wieder nach oben begeben. Besser fuer ihn, seine Hose wollte auch nicht so recht sitzen, so dass seine Kniekehlen durch den Hosenbund etwas in ihrer Beweglichkeit eingeschraenkt waren... Schlechter fuer grover, er hatte ih zu begleiten und musste uns dann den halben Tag lang hinter her rennen.

Womit er uns noch schnell erreich hatte: "uns" war naemlich das Ende des lang-gestreckten Zuges, der sich langsam dem Rand der Yungas annaeherte. "Wir" bestanden zwischenzeitlich aus vier "Educadoren" (Nelson, Joaquin, Charlotte und mir) die eben so viele aber deutlich lauffaulere benficiarios zu motivieren zu versuchten. Wie auch in den folgenden tagen wusste da besonders milenka hervorzustechen. Ohne irgendwas zu tragen (sie hatte dank ihrer koerperlichen Reize (?!) all ihr Gepaeck auf das maennliche geschlecht verteilt) war sie mit Abstand die langsamste und mauligste.

Das zog sich dann auch noch den agnze tag hin, den wir mit kuerzen Sandwich- oder Bier-Pausen (Papichi lud ein) "on the road" verbrachten. Spaetestens am Schlus - immer noch hinten, jetzt so langsam allein mit Charlotte veruschend, Milenka zu motivieren -  kam dann auch der gedanke auf, das Ganze waere vielleicht ein uebertrieben anstrengender und spassfreier Scheiss. Wars aber nicht.

 

Das hat sich zuerst nachts beim Kochen, Zusammensein und gemeinsamen Schlafen unter zwei Zeltplanen auf dem Boden inziwhscne schon in den Yungas ausgestellt. So langs noch hell war, war schon zu erkennen wie fantastisch die bergaussicht wirklich ist, und im Dunkel wurdes dann wieder mal abenteuerlich. Klar mag es uebertrieben sein, schon auf dem Weg zum Behelfsklo in irgendwelchem Bananengestruepp die Indiana Jones melodie zu pfeifen, aber das Gefuehl dabei ist einfach zu cool ums sein zu lassen!

Noch schoener wurde es dann am naechsten Tag, obwohl es sich streckenmaessig um den mit Abstand anspruchsvollsten handelte. Aber die Strecke und die zugehoerige Aussicht war die Anstrenung sicher wert. Stunden- und kilometerlang ging es ueber bewachsende Bergpfade an den Yunga-taelern entlang, waehrend die Sonne sich langsam ueber die Waelder bewegte. Dabei wurde noch gefueht alle zwei Meter ein Bergbach ueberquert, und beim Ueberholen und Ueberhohltwerden immer gern der ein oder andere Bloedsinn mit den Mitstreitern ausgetauscht.

Wobeis an diesem Tag mehr ums Ueberholen ging. Mit dem Entschluss, Milenka mal auf sich selber klar zu kommen lassen und mit nelson davon zu ziehen sowie der veranederten Geapeckstellung auf dem ruecken ging das laufen kaum hunderttausendmalleichter, so dass wir auf der ersten Streckenhaelfte tatsaechlich wie die Irren durch de Dschungel gestuermt und dann auch mit als erste an unserem Rastplatz, einem etwas breitern Flussstueck, ankamen.

Auch da wurde wieder klar, warum sich die Wanderung lohnt. Zuerst mal der Fluss, die Aussicht, die Sonne... Hier koennte man auch ne Erdinger-Exotik (oder so :D) Werbung drehen. Und dann auch das Zusammensein (neu-bolivianisch "Compartieren" mit den Leuten. Es wurde gekocht, Feuerholz gesammelt, gebloedelt ausgeruht und natuerlich auch im arschkalten Fluss gebadet - ratet wer da voll dabei war...

 

Die Erfrischung war aber auch noetig, das zweite Streckenstueck hatte es in sich. Zuerst nach leichtem Abstieg die sogenannte "Cuesta del Diablo" (da ich zu faul bin cuesta zu suchen uebersetze ich mal mit "Teufelsweg" und danach eine aehnlich lange, aehnlich anstrengende Steigung. Wiedermal wird dieses Wegstueck der baukunst des allgegenwaertigen Incas zugerechnet, wiedermal frage ich mich: Wo hat sich der Inca diesen Schaden zugezogen? Oder hatte der wirklich 1,20 Meter lange Waden aus Stahl?

Trotz allem sind wir alle - mehr oder weniger frueh. ich diesmal sogar unter den Ersten - beim "Chino" (eine Japaner...) angekommen, wo wiederrum gekocht, gefeuerholzt und compartiert urde, was das Zeug hielt - und auch die legendaere Aussage ueber das alte Sackhaar von Seiten des Familienvaters und professionellen Grossmauls Andrés Ovando fiel. Das Papichi zwar daneben sass, ausser mit einem Schmunzeln aber gar nicht reagiert hat zeigt die gute Stimmung in der gruppe. Papichi hatte sich die sanfte kritik aber auch hart erarbeitet. Ueber fast die gesamte Wanderung hinweg trug er konstant nichts, sonder verteilte sein Gepaeck hauptsaechlich auf Kleinkinder, was er mit seinen Kochpflichten und seinem gehobenen Alter ("Ich bin 70 bis 80 jahre alt!" -  realistische Gutachten sprechen von 55 jahren) erklaerte.

Nachdem anchts i Educadoenbereich sogar noch einige winzige Scklöcklein Trago (es handelte sich um puren Alkohol mit Yupi, also Brausewasser) compartiert wurden, wurde es nacts noch anderweitig feuchtfroehlich - Regen! Gut, dass wir unser Planenzelt am hang aufgeschlagen hatten. Schnell zog ein jeder seines Weges. Cecy und nelson zogen zu den benficiarios unter ein Blechdach, Charlotte und ich auf einen (unmenschlich ahrten und unregelmaessigen) Steinboden unter einem Tisch und Joaquin und Grover auf selbigen (Tisch, nicht Boden). Dementsprechend ausgeruht waren wir am naechsten Morgen.

 

Gut, dass es nur nach Chairu, etwa 2,5 Stunden entfernt und wieder unten am Fluss ging. Das Ganze war ein recht simpler Abstieg der uns zu einem reichhaltigen (wenn auch preismaessig hart umkaepften)  Reis-Ei-und-Suppe-Mahl fuehrte und uns ausserdem die ersten Zitrusfruchtdiebstaehle ermoeglichte. Nachdem Papichi uns zu (angeblicherweise seinem, ich weiss bis jetzt nicht obs stimmt) Orangenhain losgeschickt hatte, wurde ich auch recht schnell erwischt. Der grosse, baertige Mann mit Schrotflinte und Hund aus meinen Alptraeumen war dann doch nur 1, 50 gross, weiblich und beschraenkte sich auf ein desinteressiertes geh weg - trozt allem, welch ein Abenteuer!

Den Schock musste ich dann erstmal wieder beim baden im Fluss los werden. Immer noch kalt, diesmal aber mit reichhaltigeren Moeglichkeiten: Rumklettern auf Steinen (Wer bricht sich fast den Fuss? Hallo-o, Mc-Fly?!), Treiben lassen von der Stroemung und darauffolgendes Angeben mit Gegen-die-Stroemung-anschimmen (erwaehnter Mc-Fly konnte eh mit seinen Kuensten glaenzen, da in Bolivien das Ertrinken deutlich weiter verbreitet ist als das Kraulen) und entspannendem rumhaengen in natuerlichen Wellness-Stromschnellen!

 

Abends dann das letzte Mal schlafenohne Dach, diesmal einfach mal in einem Hasueingang, zusammen mit José-Luis (einem grandiosen Schnarcher, der einfach die Augen zumacht und steilgeht) und der allgegewaertige Angst, dass die Hausbesitzende Cholita naechtlich zurueckgekehrt und mit grossen Ayayayay-Getoese ueber uns herfaellt. Die Angst waen wir jedoch schnell los, einmal weil sich abzeichente, dass in die richtung nichts passieren wuerde (auch wenn ich immer wieder nachts erschreckt aufwachte), andererseits, weil uns eine zumindest Essloeffel grosse Spinne in ihren Bann zog. Hauptsaechlich deswegen, weil sie sich Mordattentaten mit gewagten Hopsern entzog, und dann tot statt wie geplant aus dem "Fenster" zu fliegen lieber in meinen Schlafsack prallte und abermals fuer Aufruhr sorgte.

 

Wie dem auch sei, am aechsten Tag dann die letzte Etappe: Nach dem Ehrgeiz der letzten Tage gingen wir (diesmal Nelso, Joaquin und ich) es ruhiger an. Einige waren schon mit dem Bus gefahren, die Strecke sollte nicht weit sein und wir beschaeftigten uns mit Waschweiber tratsch, sodass wir (aufgehalten auch von wildem Kaffee und Kolibirs) recht spaet an der finalen Steigung anlangten, die des Inkas Wahnsinn an Steilheit und Unbeggehbarkeit noch bei Weitem uebertraf. Aber Hoffnung hatten wir nelson ahhte uns in bunten Farben praechtige Fruchthaine geschildert, wo einem die mandarinen schier in den Mund floegen.

 

Wir gingen alkso geduldig bergan an, die letzten Getraneksreste wurden leichtsinnig hinuntergekippt, denn es warteten ja Mandarinen. 

Diese wussten sich jedoch gut zu verstrecken, die erste Stunde Anstieg war naemlich ein 1A-Beispiel fuer kleien aber feine Brandrodung, so dass wir naeher Bekanntschaft mit Der nicht ganz un-heissen Sonne der yungas schliessen konnten. 

Grade als Joaquin und ich bereit gewesen waeren, Nelson und grosses Federlesen zu lynchen, kamen die die ersten Schimmer orange ins Blickfeld, und wenige Kurven weiter war dann alles voll mit Fruechten, so wie einiges Rumgekletter und den ein oder anderen Kratzer spaeter auch Nelsons Rucksack und unsere Baeuche. So gestaerkt ging dann der restliche Aufstieg nach Coroico, dem ersten der Aussteiger und Touristendoerfer Suedamerikas relativ simpel.

 

Oben erwartete uns ein ausgesprochen frischer und entspannter Grover, der, nachdem er Cecilia mit den Worten "Ich komme gleich nach, gib mir Geld damit ich Empanadas fuer uns kaufen kann!" und einigen kleinen jungs und Maedels (John Cena war nicht unter ihnen, der wandelnde Meter der sich aufgrund des gleichen Vornamens gerne wie der bekannte Wrestler rufen laesst war schon mit Andres aufgestiegen) vorraus in den Berg geschickt hatte, flugs in einen minibus gen Spitze gestiegen war.

 

Trotz unsere Wut auf ihn verbrachten wir noch nette zwei tage in Coroico mit zweimaligem Siff-Schwimbad-Besuch, Essen in der Coroicoer Backstube (lieber deutsch statt "Frikasse" - Schwein komplett mit haaren in Schlonz) und den diversen Spielarten des Compartierens (Bier, Api, refresco, Eis...).

Grade in diesen letzten tage ist mir wie auch bei den beiden Abschiedsessen der Voluntaere bei uns und bei Papichi klar geworden, wie sehr ich Bolivien, die Leute hier und das leben in la Paz vermissen werde. An einen Rueckflug in nur noch 13 Tagen zu denken, ist zwar nicht direkt unangenhem aber mit Sicherheit hochkompliziert.

 

Trotz allem geh ich jetzt mal weiter Abenteuer in einer 24.000 Einwohner-"Stadt" in der Naehe Paraquays erleben. Mehr erzaehl ich euch nach der naechsten Maus!

 

Euer John Cena!

1 Kommentar 14.7.09 19:40, kommentieren

21.07.09.: Brumm, Brumm, der Partybus geht um!

Zu Anfang eine Warnung:

Ihrjenigen, die ihr meine engere Familie bildet, und auch du, geliebte Isabel - kurz, ihrjenigen, die ihr wisst, dass ich euch was folgt lieber direkt erzaehlen moechte, wenn ich zurueckkehre, seid gewarnt! Solltet ihr folgenden Artikel vor meiner muendlichen Ueberlieferung lesen, so werde ich es wissen, denn mit dem Betrachten des letzten Wortes werdet ihr augenblicklich blind werden!!!

...probierts aus wenn ihr euch traut...

 

Dem Rest von euch lustigen kleinen Mohikanern moechte ich voellig straffrei von meiner letzten Reise durch die unedlichen Weiten Suedamerikas berichten: Vom 13.07. bis morgen, dem 22.07.09. war und bin ich von La Paz, ueber Tarija, Villa Montes, Asunción, Ciudad del Este nach Foz do Iguaçu und Puerto Iguazu unterwegs gewesen und war dabei (natuerlich) in Bolvien, aber auch in Paraguay, Brasilien und Argentinien. Lauscht nun ein letztes Mal!

 

NAch diversem Hin- und Herschieben und Ueberlegen, welches Transportmittel wir wohl bemuehen sollten, hatten meine designierte reisepartnerin Linda und ich uns entschieden, die reise mit einem recht preiswerten Flug nach tarija im Sueden Boliviens zu erledigen, und den Rest dann stueckweise je nach Laune, Zeit und geld mit dem Bus zu erledigen. Die Vorfreude war gross, die Vorbereitungen stilecht eher klein und die ueberraschung dann schlussendlich wieder riesig, als mir Linda 3 Stunden vor Abflug den Hinweis zukommen lies, sie koenne leider aufgrund hinterhaeltiger Magenkraempfe leider nicht mitkommen. Scheisse.

 

Scheisse fuer mich, da ich enscheiden musste, ob ich mich auch alleine trau und ueberhaupt Lust habe, die Reise zu machen. Scheisse vor allem fuer sei, die immer wieder die verschiedensten reiseplaene ausfallen lassen musste. Deswegen hier mein opffizielles Statement um Lindas Schmerz zu lindern: Die Reise war scheisse, du hast nichts verpasst und solltest dich freuen, zu hause gewesen zu sein!!!

 Ausserdem solltest du die Lektuere des Berichtes hier beenden, sonst wirst du wie die oben erwaehnten blind!

 

Dem langsam schrumpfenden Rest kann ich dann jetzt erzaehlen, dass ich sehr wohl alleine los bin, und auch recht locker (war ja nur n Flug...) in Tarija angekommen bin, obwohl ich anscheinend das ganze Flugzeug in grund und Boden geschnarcht hab, bin sogar selbst einige Male davon erwacht...

Dort hab ich dann erstmal 'nen geruhsamen tag verbracht... Was ich so richtig tun sollte, wusste ich natuerlich nicht, tarija war ja nur als Uebergangsort gedacht. Da ich den naechsten Bus (mit Wechsel in Villamontes nach Asunción/Paraguay) erst abneds nehmen konnte, hatte ich also ordentlich Zeit. Zeit, bisschen durch die Stadt zu wandern, sie als nett, aber recht langweilig zu befinden, eine Pizza zu essen, mit der Kellnerin zu schaekern (vor allem, weil ich ja vorher schon 5 Stunden am Stueck - also die laengste wache Zeit meines Lebens - stumm gewesen bin) und rauszufinden, dass man die beruehmten Weingebiete der Region locker mit dem Bus erreichen kann, ohne den abendlichern Reisebus zu verpassen. Gesagt, getan!

War dann im Endeffekt auch nicht so spannend, vor allem, da mir als absolutem Nicht-Weintrinker eine Weinprobe dann doch zu bloed war. Stattdessen bin ich dann (begleitet von einige recht bloeden Blicken der ortsansaessig Rumwerkelnden) hinaus in die landschaft gewanmdert, in der Hoffnung einen ansprechenden Berg zu finden, der eventuell Ausblick ueber die Weingueter bietet. Hab ihn gefunden, bestiegen, den Ausblick entsprechend gewuerdigt - und bin wider runter, zurueck, und in den Bus.

Man merkt vielleicht: Dieser erste tag war vom Sehenswuerdigkeiten-Auflauf her eher gering. und ich muss dahingehend asuch weiter enttaeuschen: Bis auf Iguazu seolbst war in die Richtung auch sonst wenig los. Trotzdem (Linda, wenn du bis jetzt nicht aufgehoert hast zu lesen, bist du selber schuld) war di rteise auf jeden Fall super. Ich hab eben viel Zeit gehabt, einfach ganz ruhig in den verschiedenen Staedten rum zu laufen, suedamerikanisches Alltagsleben nochmal anders in La Paz kennen zu lernen, auch die verschiedenen Akzente zu hoeren und mal zu gucken, wie ich so auf mich alleine gestellt voran komme.

 

Zu dem Punkt wuerde man spaetestens nach Villamontes erstmal denken, schade, wohl eher nicht so gut. Stimmt aber gar nicht, ich war sehr zufrieden mit mir. Den eigentlich "bombesicheren" (Danke nochmal, Flecha-Bus...) Umsteigebus nach Asunción hab ich dann aber erstmal dicke verpasst, statt um 02.00 morgens waren wir einfach mal um halb 6 in Villamontes, und - wie war es anders zu erwarten - der naechste Bus ging dann naechste Nacht um 2. fett. Dafuer konnte ich nicht viel, der Bus nach Villamontes musste einfach auf halber Strecke drei Stuinden lang repariert werden. Langweilig wurde uns dabei trotzdem nicht - ein ausgesprochen liebenswertes kleines geschoepf Satans hielt uns mit der andauernden 4 Billionen Dezibel bekundung auf Trab, dass im ein Schluck Soda zur Erfrischung doch mehr als gelegen kaeme. Die Mutter, die ganz ruhig danebensass, und hin und wieder ein "Halt die Klappe" oder ein "Soda is aus, also Schnauze" einwarf, kam zwar nicht auf die Idee, mit dem Kind auszusteigen, um unsere Ruhe um immerhin 0 Uhr zu gewaehrleisten, entschied sich aber - ganz im Stile einer sicheren Erzieherin - dem kind nach zu geben, und sich Soda von anderen Fahrgaesten zu erbetteln. Das Kind dankte herzlich und forderte fortan mit hoerbar gestaerktem Selbstvertrauen Pipocas - Popcorn. Hallelujah!

 

Naja, wie dem auch sei, irgendwann war ich dann - voellig verschlafen - in Villamontes, und suchte nach Don Flores, der, wie man mir in Tarija verischert habe, am terminal auf mich warten und mich in den naechsten Bus setzen wollte. Das dem nicht so war, ueberraschte mich eigentlich kaum. Ich begab mich also zu seinem Haus (man hatte mir geraten, so vorzugehen) und wurde dort freundlich, aber doch etwas ueberrascht aufgenommen. Man hatte wohl erwartet, ich waere laengst auf dem Weg gemeuchelt worden. Trotzdem bat mich eine bucklige Alte, doch im Wartezimmer der Busgesellschaft - im gleichen haus - Platz zu nehmen, der naechste Bus fuehre in 18 Stunden. Ich tippte darauf, in dem waberigen Villamontes-Akzent (war echt waberig) die Worte:"Ich komme sofort wieder und erklaere weiteres" verpasst zu haben, und lies mich nieder. Gut eine halbe Stunde spaeter stand ich dann mal auf, um die immer wieder geschaeftig an meinem Wartezimmer vorbeihuschende Alte mal zu fragen, was so abgehe. Sie erwiderte, ich solle es mir ruhig gemuetlich machen. Da das Haus die Aufsachrift "Pension Camiri" trug, wagte ich nach etwaigen betten zu fragten. Sie zeigte sich einsichtig, und wies auf eine alte, von einem schwarzen Hund besetze Matratze im selben raum, auf der ich mich sorglos austrecken koenne.

Ich sagte, ich kehre des nachst zurueck, wo den bitte das naechste Hotel sei? Dort angekommen (selten 25 Bolis fuer weniger ausgegeben) lies ich mich erstmal auf dem versifften bett nieder um einige Stunden zu schlafen, und dann meinen typischen einsamen, aber seltsam befriedigenden Reisebeschaeftigungen ach zu gehen. Stadterkunden, Plaza sitzen, Schnitzel essen, leute fragen, angesprochenen Mirador (Aussichtspunkt) suchen und finden. Stellte sich zwar als eine Motocross-Rennbahn heraus, die nur "Zum Mirador" hiess, aber ein huegel war in der naehe, also hiess es nichts wie rauf. Da dann die Aussicht gewuerdigt, einige weltbewegende Probleme gewaelzt und sich langsam zum Abstieg aufgemacht. Auf dem weg zum hostal noch nen Wecker gekauft (hat insgesamt nach dem vorfuehren noch genau einmal funktioniert, aber das immer hin zum richtigen Zeitpunkt), mich hingelegt, aufgestanden, in den Bus gestiegen.

Der Bus war nicht nur nicht der, den ich gebucht hatte (egal, Hauptsache weg hier!) oder hatte nur kein Platz fuer mein gepaeck, sodass mein rucksack im gang rumlag(weg, weg, weg!) sondern war auch noch arsch-eng. Naja, immerhin weg. Ging dann auch spaetestens nach ueberqueren der bolivianischen grenze, als meine Nebensitzerin den Bus verlies, und ich deutlich mehr Freiraum hatte. Lustig nur, dass sie (wie viele andere) im Niemandsland ausstieg, denn zwischen dem Ausreisen aus Bolivien und dem Einreisen nach Paraguasy liegt etwa eine Stunde Busfahrt. Warum auch nicht.

Achja, lustiger Zusatzfakt: Die bolivianische Grenzstadt heisst ernsthaft Ibibobo.

 

Nach recht langer (16 Stunden oder so) und staubiger (ca. ein Kubik-Meter ueber meinen rucksack und die klamotten verteilt) Busfahrt war ich dann in asuncion angelangt, wo ich dann doch tatsaechlich ueber Internet noch einen Treffpunkt mit Sebi und Samu in deren Hotel herausfand und mich mit dem taxi (zu irrwitzigen preisen) direkt dorthin begab. Die beiden waren schon vor mir losgereist und auf anderen, wenn auch aehnlich verschlungenen Pfaden in paraguays Hauptstadt gelangt. Leider wasr in deren Hotel kein  platz mehr, wie mir die aeltliche Besitzerin in furchtbaren paraguayanischem Akzent (der ist echt schrecklich, es gibt weder Konsonanten noch leerzeichen, und auch an Abwechslungsreichen Satzmelodien wird gespart...) klarmachte, so dass ich um die Ecke ins Hotel ihrer Tochter umzog. Als ich beim verlassen ihres hostals zu ihr noch sagte, ich wuerde in einigen Minuten zurueckkomen um noch kurz mit dem jungs zu quatschen (es war etwa halb zehn) sagte sie im liebevollsten Ton : "Ja ja, morgen kommst du zurueck, schlaf gut!" und schlug mir die Tuer vor der Nase zu.

 

Also kam ich am naechsten tag zurueck, um zu hoeren, die Buben schliefen noch. War ja auch erst 11. :D

Also hab ich mich erstmal auf den Weg gemacht, die Stadt allein zu erkunden. War ganz nett, nach ner Stunde war ich fertig, den man muss wiederrum ehrlich eingestehen: Asuncion bietet nicht viel. Fuer fast zwei Millionen Bewohner im Grossraum und damit mehr als einem Viertel der Gesamt-Bevoelkerung Paraguays eher sogar enttaeuschend wenig. Trotzdem, die Regierungsgebaeude circa 10 meter vom Armenviertel, so dass Schweine gegenueber des regierungspalastes den rasen unsicher machen waren recht interessant, der blick auf den Rio paraguay schoen und die plaz sowie der pantheon de los héroes auch cool. Insgesamt glaenzt Asuncion vor allem aber mit riesigen Einkaufszentren, die sicherlich vom Preis-Leistungsverhaeltnis her lohnend gewesen waeren, fuer die ich aber in meinem spaerlichen Reisebudget nichts uebrig hatte. Ni modo...

Als ich dann die Jungs endlich aus dem Bett hatte, und sich uns noch ein 35-Jaehriger Ungar angeschlossen hatte, der normalerweise in Dublin kellnert, das Geld fuer seine ausgiebigen Weltreisen jedoch vom Verkauf zweier selbstgegruendeter Firmen bezieht und seine lebensgestaltung damit begruendet, dass er junge Damen begatten moechte (hat er gesagt, nicht ich) sind wir dann erstmal Essen gegangen. nd zwar im Supermarkt, am Buffet, mit Kilopreisen fuers Essen. :D. Nachdem Sebi und ich unser (recht preiswertes) Kilo Huhn mit allem verschlungen hatten, entschieden wir uns mit Samu (der ungar wollte zur abendlichen party wieder zu den beiden stossen) Zur Expo zu fahren.

ja, auch ich war zuerst aufgeregt. EXPO waer natuerlich echt geil gewesen, aber auch als (relativschnell) klar wurde, was eigentlich vorher schon klar war, naemlich dass es 'ne nationale messe und nicht die Weltaustellung war, wars immer noch recht interessaant und nach 2 Tagen Schweigegeluebde auf jeden fall auch lkustig, sodass ich abends recht guten Mutes in den Bus nach Ciudad del Este, der paraguayanischen Grenzstadt im Drei-Laender-Eck Paraguay, Brasilien und Argentinien, wo ich am naechsten moregn um ca. 5 ankam, nicht ohne mich auf dem weg mehr oder weniger mit zwei Ecuadorianern und nem Englaender zu verbuenden. Die fuhren dann aber bald wieter nach Foz do Iguaçu in Brasilien, welches ich als Basislager eingetlich meiden wollte, a) weils teurer sein soll als Puerto iguazu und b) weils logischerweise nicht spanischsprachig war, sowie ich logischweise nicht portugisischsdprachig bin, wir beide also eher schlecht zusammenpassten.

Deswegen machte ich mich ca. 2 Stunden nach Ankunft direkt weiter auf, um im Lokalbus Puerto Iguazu ueberraschend problemlos zu erreichen - mit dem Einreisebedingungen hatte ich mir deutlich komplizierteres ausgemalt. Dort angekommen hab mich mir dann erstmal das vom Ungarn empfohlene Hostal genommen (gut ausgestattet, fuer Argentinien billig und insgesamt sauber, dafuer aber Schlafraeume die man mit 5 anderen teilt), mich geduscht, und bin dann los, um (diesmal wie vom reisefuehrer empfohlen) am ersten Wasserfalltag die brasilianische Seite des Spasses unsicher zu machen.

 

Dort angekommen, traf ich dann auch direkt wieder meinen englsichen Bsufreund Harry wieder, der die beiden Ecuadorianer jedoch im hochinteressanten (gaehn) Öko-Zentrum des Nationalparks verloren hatte, und sich so mit mir auf den weg machte, die Faelle zu bespechten.

Der erste tag laesst sich recht kurz zusammen fassen - die Wasserfaelle beschreib ich einfach mal beim zweiten- ich war etwas enttaeuscht. Das wetter war bewoelkt, das Wasser braun und die Faelle zwar nett, aber sehr weit weg. Erst als wir am Schluss des rundwegs etwas naeher kamen, fand ich etwas Freude an der Sache, aber insgesamt sah ich meine 8zu gegebenermasen hohen) Erwartungen nicht erfuellt. Da auch Harry und die beiden Ecuadorianer, die wir dann doch wiedertrafen zuegig weiterwollten, war ich auch nicht besonders lange im Park, sondern kaufte (wieder allein und in Argentinien) mir fuer den naechsten tag Haeppchen ein. Und glaubt mir, um ein einfaches Schinken- bzw. Salamibroetchen oder 'ne tafel Schokolade so schaetzen zu koenne, wie ich es tat, muss man wohl ein Jahr lang Chuño und Pansa als die Krone der haute Cuisine verkauft bekommen haben.  

Bei meinem eigentlichen Abendmahl im (ausserordentlich feinen, aber trotzdem preiswerten) restaurant ganz in der naehe des Hostals bin ich mir aber nicht so sicher. Nach aktuellem Stand bin ich der Ansicht, dass das Pfeffersteak mit gratin, dass ich mir da gegoennt habe, wohl mit das leckerste war, was ich in meinem ganzen leben gegessen habe. Fleischmaessig hat mans in Argentinien echt drauf, und selbst das Bier (Quilmes) schmeckt sehr ordentlich. Ich war sogar drauf und dran zu sagen, die Reise habe sich nur fuer dieses Mahl schon gelohnt.

 

Am naechsten tag wurde ich eines besseren belehrt. Ich war im argentinischen (leicht teureren, da groesseren)  mit einem Hollaender, 4 Briten und einem Britisch-Suedafrikanischen Malteser (fragt nicht nach, ich habs nicht gerallt) unterwegs, und zuerstmal wars mit denen auf jeden Fall witzig (und aufbauend: mein Englisch funktioniert ueberraschend gut, aber mein Spanisch ist besser) und vor allem stimmte wir ueberein: Die faelle sind der Wahnsinn.

Die Tour durch den legten wir so an, dass das highlight, die "Garganta del diablo" - der "Teufelsschlund" als highlight am Schluss lag. Also gings zuerst mal ueber den unteren und oberen Rundgang und zur Isla San Martin, und immer wieder sehr na ran an die verschiedene Faelle. Das war schon bei schlechterem Wetter toll, aber als dann im oberen Rundgang die Sonne rauskam, und das Wasser statt dreckig-braun ganz weiss wirkte und die gischt von regenbogen ueberzogen war, wars einfach wunderschoen. Undterbnrochen wurde unsere (immer erstauntere und beeindruckteere) Wanderung nicht nur von ca. Pi-Tausend Fotos aus doppelt sovielen verschiedenen Winkeln  sondern auch von einer (nicht ganz billigen, aber unbedingt notwenigen) Bootsfahrt unterbrochen. Dabei wurden wir gegen die Stroemung des Flusses mit dem motorboot zuerst zum Fotografieren an die faelle rangefahren, und dann (ganz Pauschaltouristen... :D) fett in die faelle reingefahren. Selten so nass gewesen.

Der Hoehpunkt rueckte dann unaufhaltsam naeher. nachdem wir den oberen Rungang beendet hatten, und von den kleineren faellen im Sonnenlicht schon hellauf begeistert waren, begaben wir usn mit dem parkeigenen Zug und ca. 4 millionen anderen (gestreckten regenschirmen folgenden Gruppen-) Touris zur garganta del diablod, die man von einer Plattform mitten auf dem Fluss von oben super beobachten konnte.

Wieder mal wurde klar: Leute, die sagen, sie gucken sich was nicht an weils "zu touristisch ist" sind selber schuld. Klar, das Gedraenge war riesengross, aber das mit recht. Der Ausblick wasr Wahnsinn, vor allem nach dem der grosse Schwung der Touristen wieder weg, und bevor die naechsten gruppen gekommen waren (fragt sich, warum die sich nicht mehr Zeit nehmen...Deppen) aus drei Richtungen stuerzt das Wasser hier scdheinbar ewig tief die Klippe runter, kracht auf dem Weg zusammen, spritzt, gischtet und macht Mordskrawall. Unvorstellbar, dass das jetzt schon seit hunderten von Jahren so gehen muss. Der Fluss darunter war natuerlich voellig aufgewuehlt, und beim Blick auf den umgebenden Regenwald, die Wassermassen und die Nebelschwaden ueber dem unteren Flussteil liessen einen jeden Moment ein tollkuehenes Piratenschiff da unten erwarten. Und selbst nach einer Stunde ununterbrochenem auf die Wasserfaelle stieren, war mir noch ueberhaupt nicht danach, schon zu gehen -  das war sicher eines der Erlebnisse, an die ich mich noch ewig erinnern werde.

 

Zurueck in Iguazu entschied ich dann, erst am naechsten tag ueber Ciudad del Este nach Santa Cruz zu fahren (da es dorthin im Gegensatz zu Tarija direkte Buss gab) um die Nadch tnochmal im Hostal zu verbringen und Kraefte fuer den dann schellstmoeglichen Weg nach La Paz zu sammeln.

Also gings mit den Zimmermitbewohnern (besagte Hollaneder, briten und wasweissichwas) zum All-you-can-eat Grillspass in einem anderen Hostal (nicht so gut wie tags zuvor, aber anstaendig und billiger) mit anschliessender Sambashow (hundertprozent laecherlich und langweilig, es wurde weniger getanzt denn Slapstick-Lap-Dances aufgefuehrt...). Am naechsten Tag gings dann frueh mit dem Lokalbus nach Ciudad del Este, von da direkt (ueber Asuncion, aber ohne Bus-Wechsel) nach Santa Cruz, und von da...

...ueber die Strasse zum naechstbesten schaebigen Hostal. Den erhofften Bus nach la Paz hatte ich um schicken 10 minuten verpasst. So haeng ich also heute hier rum, in eienr Stadt die ich schon beim letzten mal fuer eher langweilig befunden hatte, und in der zwischenzeit nur erhoehte Schweinegrippe-Gefahr hinzugewonnen hat. Naja, in 2 Stunden gehts dann endlich nach haus, von wo ich dann 5 tage spaeter nach hause fliege. Klingt komisch und fuehlt sich auch so an. Aber den herzschmerz-Abschieds-Artikel schreibt ich noch...

Auf jeden fall konnte ich aus der reise wertvolle Kenntnisse mitnehmen:

1. Argentinien ist ein lohnendes Ziel. Die Menschen sind nett, und nciht so arrogant wie ich aus bisherigen Begegnungen (vorschnell) schloss.

2. Paraguay ist kein lohnendes Ziel. Asunción ist langweilig und der Rest des Landes anscheinend nicht bewohnt. und wenn man von Bolivien reinfaehrt, dann passiert landschaftlich ungefaehr dass, wie in einem alten, alten film, wo im hintergrund eine tapete immer wieder abgerollt wird, wenn die Darsteller im Auto sitzen. Dafuer wird man aber alle 5 Meter hrinlos auf irgendwas konbtrolliert.

3. Ich kann tatsaechlich tagelang existieren, ohn gross irgendwelchen unsinn zu brabbeln.

4. Es hat mir sogar Spass gemacht, so dass ich sagen wuerde, die reise hat sich sehr gelohnt. einmal, um nochmal ordentlich was ueber mich raus zu finden, und zum anderen, da die Wasserfaelle allein die ewige Strecke wert waren.

5. Seltsame beleuchtete bilder von Wasserfaellen beim Chinesen stellen die hypnotische Wirkung der Dinger in echt und riesig erstaunlich gut dar.

Sei Hoffnung in euren Seelen, auch wenn der, den ihr in sicherere Entfernung waehntet bald erneut einkehrt um der Ruhe ein Ende zu bereiten.

Konfuzius

 

1 Kommentar 21.7.09 20:54, kommentieren

26.07.2009.: 364 Tage spaeter

Weniger als 18 Stunden sinds noch bis zum Abflug, ungefaehr 48 bis zur Ankunft in Duesseldorf.

 

Die letzten Stunden hier in La Paz verbringe ich mit packen, aufraeumen und aehnlichem Umzugs-quatsch. Die restlichen Tage zu geniessen hat nicht wirklich geklappt, viel mehr war ich damit beschaeftigt, den Abschied zu organisieren und durch zu fuehren, und auch im Kopf viel zu sehr von allem, was noch zu tun war und ist, eingenommen, als dass ich haette traurig ueber den Abflug oder freudig ueber die Ankunft sein koennen. Ich denke einfach ueber zu viel nach, und das Zurueckkommen nach Deutschland wurkt viel zu unrealistisch, als dass ich mir irgendwelche konkrete Gedanken darueber machen koennte...

 

Immerhin bin ich ja zwei Tagen wieder zu Hause, aber mir vorstellen wie das sein koennte - schaff ich einfach nicht. Wahrscheinlich wirds gleichzeitg sehr schoen und sehr seltsam, froh werd ich auf jeden Fall erstmal sein, dass der Abscheidsstress hier ein Ende hat. Natuerlich tuts mir um all die Freunde (Deutsche und Bolivianer (auch und vor allem die kriminellen Junkies ;P)) meine Arbeit und die Stadt die ich hier zurueck lasse leid tun, aber genau so werd ich mich zu Hause wieder ueber meine Familie, Isabel und alle anderen freuen. Sicher ist nur, dass ich nicht alles gleichzeitig werde fassen koennen.

 

Mit meinem jahr hier bin ich mehr als zufrieden. Hab grade nochmal meinen ersten Artikel hier im Blog durchgelesen - viele Erwartungen haben sich erfuellt! Ich bin alleine klargekommen, habe dabei viel ueber mich gelernt und Erfahrungen gesammelt - und ein Abenteuer war es auf jeden Fall. Aus diesem einen Jahr werde ich so viel mitnehmen, wie aus keinem anderen zuvor.

 

Ich freue mich, alle die hier mitlesen wieder zu sehen, und endlich auch mal was "so richtig" erzaehlen zu koennen, seid mir nicht boese, wenn ich dabei etwas konfus oder komisch oder ...irgendwie bin. Bis bald!

 

 

363, 364, 365 ... ich komme!

 

1 Kommentar 26.7.09 19:46, kommentieren