15.01.2009.: From G's to Gents

...hiess die Sendung, die ich als letzte in Santa Cruz als letzte geguckt habe. Das Zimmerfernsehen a hat aber auch sonst praechtiges geboten: Live-BAsketball auf espn, die fussball-sendung 'hallo, bundesliga' und deutsche welle.

aber mal unabhaengig von so wichtigen sachen wie fernsehen, umschreibe ich einfach mal das (zugegebenermasen nebensaechliche) Rahmenprogramm in Santa Cruz. Ueberhaupt da war ich naemlich wegen eines ca. 9-taegigen Zwischenseminars ausgerichtet von fid, einer Organisation, die sich speziell mit vor- und nachbereitung sowie durchgaengiger unterstuetzung freiwilliger im auslandsaufenthalt beschaeftigt. Wer jetzt denkt: '...oh, super ein tolles Seminar mit Selbstfindung, gemeinsamer Meditation und wirschen Laitpersonen.' ... der denkt, was ich am Anfang dachte. Auch der erste Blick auf einige andere Teilnehmer hat mich nicht grade besaenftigt.

Hiermit das offizielle Eingestaendnis: Ich habe mich komplett geirrt. Die Leute waren sehr, sehr interessant und sympathisch, das Seminar hilfreich und die Leiter kompetent. Asche uf mein Haupt, ich war engstirnig.

Somit zum akribischen Beschreibugsteil dieser Mail: Schon die reise nach Santa Cruz war aussergewoehnlich. Geplant war Bus, das Energebnis war Flugzeug, La Paz - trinidad (frag mich keiner wieso, mordsumweg...) - santa cruz. Die Strassen nach Santa Cruz waren naemlich, leider, unpassierbar.

Die weiteren Wirrungen unserer Wegfindung spar ich uns allen mal gutmuetig, lasst euch nur gesagt sein: Es war bolivianisch.

In Santa Cruz bin ich dann auch erstmal nur zusammen mit Charlotte, Ela und Linda eingetroffen. Laura, die vorher bereits in Cochabamba war, hat uns schon erwartet, Daniel, Max und Barbara sind am tag danach eingetroffen. Die Nacht haben wir dann zu fuenft in einem mittelgrosse Zimmer im dritten Stock verbracht, welches mit einem Ventilator bestueckt war. Der findet besondere Erwaehnung, weil er lebens notwendig war. Die Luftfeuchtigkeit in SC muss wohl bei circa 97,8 Porzent liegen, dei Temperaturen fallen nachts eher nur in Richtung  Grad. Zwar schoen, mal wieder anderes Wetter zu haben, als durchgaengige 8 Grad in La Paz, zum Schlafen aber sauheiss und -stickig.

Die Stadt Santa Cruz an sich hat mir gut gefallen. Viel 'typischer' suedamerikanisch (jedenfalls nach deutschen Vorstellungen) als La Paz oder Cochabamba. Mehr luftig bekleidete Leute, mehr gruen und Palmen und ein Hauptplatz der auch bis nachts um 0 noch brummt. Insgesamt also cool, aber: La Paz ist unschlagbar. ;P

 Am naechsten tag sollten wir uns dann im oertlichen Kolpinghaus (sehr schick, sehr klimatisiert, sehr gutes Essen) einfinden, und unsere Seminargruppe kennenlernen. Wie gesagt, ich war skeptisch. In der grossen Runde wurden dann erstmal Themenvorschlaege gesammelt, in kleineren Gruppen geordnet, und - wieder gemeinsam - ein ochenplan erstellt. Schon die Handhabung, dass das Seminar von den Teilnehmern bestimmt wird, hat mir sehr gut gefallen. Mitunter war die Entscheidungsfindung zwar etwas langwierig, aber so war sicher gestellt, dass jeder die Moeglichkeit hat, die woche nach seinen Vorstellungen mit zu gestalten.

Die folgenden Tage ging es dann in groesseren und kleineren Gruppen um die verschiedensten Dinge, die uns Frewillige beschaeftigen. Besonders im Gedaechtnis geblieben sind mir dabei die Einheiten zur Projektvorstellung, zur persoenlichen Entwicklung und das Gespraech zum Kulturschock.

Insgesamt hat mir das Seminar sehr gut geholfen, das letzte halbe Jahr (soviel ist schon rum - gut oder schlecht???) fuer mich persoenlich zu ordnen, mich mit einigen Realitaeten hier abzufinden und andere aus neuen Blickwinkeln zu sehen. Auch ueber meine rueckkehr nach Deutschland hab ich mir Gedanken machen koennen. Ich denke, dass ich diesen Faktor zum teil unterschaetzt habe. Viel wird davon abhaengen, wie sehr ich bereit bin, neue alte realitaeten in Deutschland zu akzeptieren, und wie viel Zeit ich dafuer bekomme.

Zu erwaehnen ist auch noch der Super-Ausflug, den wir alle gemeinsam unternommen haben. Im 'Mariposario' ('Schmetterlingshaus' - etwas ausserhalb von Santa Cruz) gab es neben Schmetterlingen, Papageien und Affen eine Superaussicht auf die dschungelartig anmutenden Waelder um Santa Cruz, Beachvolleyball und Fussball sowie coole kleine Schwimmbecken -  die natuerlich ausgiebig genutzt wurden. Mein persoenliches Mitbringsel: Fetter Sonnenbrand. Ich hab sowohl die Sonne in SC als schwaecher, als auch meine Sonnencreme al staerker eingeschaetzt... hmmm...

 

Zurueck nach La Paz zu kommen war komisch. Ich stecke irgendwie voll neuer Energie, will meine Zeit hier noch besser nutzen, und sehe einiges anders als vor anderthalb wochen. Andererseits hab ich beim Aussteigen aus dem Flugzeug,beim Einatmen der viel kaelteren Luft in el alto und beim Anblick des Chaoses auf den Strassen auch ganz deutlich gespuert, dass ich fuers erste wieder zu Hause bin.

 

Miguel

 

15.1.09 19:18

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Luisa (20.1.09 10:41)
Hihi, im Kolpinghaus MUSS es doch gut gewesen sein! Theoretisch wird der Begriff "Seminar" da auch nur als Vorwand genommen, um abends über den biervollen Kühlschrank herzufallen Aber gut, dass dir das dann doch (Anapher olé!) geholfen hat!

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